Review: Der lange Ritt nach Hause

28th Dezember 2013
R012-Der lange Ritt nach Hause
Der lange Ritt nach Hause
Standalone
MG •

Das Mädchen Cara ist mit seinem Hund und einem tapferen Pony auf der Flucht vor skrupellosen Drogendealern. Gemeinsam wagen sie die Flucht und nur zusammen können sie sich retten. Auf dem Ritt durch das schottische Moor bestehen die drei Freunde zahllose Gefahren und bewähren sich in dramatischen Situationen.

Anekdote

Ja, es ist mal wieder ein Pferdebuch – allerdings eines, das mir wirklich viel bedeutet und das ich schon unzählige Male gelesen habe. Warum das so ist? Nun, die Hauptperson heißt Cara und als ich das damals im Klappentext gelesen habe, war es vollkommen um mich geschehen. In meiner ganzen Zeit als Leseratte sind mir bisher nur zwei Bücher untergekommen, in denen die Hauptperson Cara hieß (beides Pferdebücher, das andere, noch viel verblüffendere, ist ebenfalls für die Challenge vorgesehen), und auch als Nebencharakter machen sich die Caras rar. Auf Anhieb fallen mir da nur die Sword of Truth Reihe (die ich selbst noch nicht gelesen habe) und Divergent ein. ‚Kara‘ bin ich allerdings schon etwas häufiger begegnet, aber das zählt beim besten Willen nicht. Interessanterweise heißt die Protagonistin im Original noch nicht einmal Cara sondern Carey.

Wie dem auch sei, ich erinnere mich noch glasklar daran, wie ich es bekommen habe, ganz so, als wäre es erst gestern gewesen und nicht schon vor weit über zehn Jahren. Damals habe ich es in einem großen Kaufhaus in der Spielwarenabteilung, die auch Bücher geführt hat, entdeckt, als ich nach neuen Pferdebüchern gestöbert habe. Das Cover hat mich sofort angesprochen (es ist ja auch wirklich wunderschön, auch wenn der Hund fehlt und das Pony sandfarbenes Fell haben müsste) und dann war da eben mein Name. Ich bin sofort zu meiner Ma gerannt und habe so lange auf sie eingeredet, bis sie es mir schließlich als Geburtstagsgeschenk kaufte.

Rezension

Cara, die Tochter berühmter britischer Fernsehstars, soll mit ihrer bis dato unbekannten Halbschwester Hannah die Ferien in einem Cottage auf einer einsamen schottischen Insel verbringen, während ihre Eltern die Welt bereisen, um ein neues Buch zu schreiben. Ihre anfängliche Freude, endlich ihre Halbschwester kennen zu lernen, schlägt aber bald in Ärger, Unbehagen und Angst um, denn Hannah ist ganz anders, als sie von ihrem Vater erzählt bekommen hat. Sie ist ruppig, distanziert und behandelt sie wegen ihren krankheitsbedingten Blackouts wie ein kleines Kind. Darauf reagiert Cara oft mit Wutausbrüchen, was sie zu Beginn ziemlich nervtötend wirken lässt.

Allerdings wird ihre Reaktion bald verständlich, denn es verschlimmern sich ihre Umstände, als Hannahs zwielichtige Freunde das Cottage belagern, sie manipulieren, unter Drogen setzen und sowohl ihren Collie Tina als auch ihr Pony Sandpiper bedrohen. Schnell wird klar, dass sie sich in einer ziemlich ausweglosen Situation befindet: wer würde denn schon auf eine Fünfzehnjährige hören, die Blackouts hat, wenn ihre erwachsene Halbschwester, die zudem auch noch Krankenschwester ist, ihr Wort gegen Caras stellen würde? Keiner natürlich. Für mich persönlich ist es eine ziemlich bedrückende Aussicht, hilflos irgendwelchen Menschen ausgeliefert zu sein. Das jagt mir jedes Mal einen kalten Schauer den Rücken hinunter.

So bleibt ihr nur ein einziger Ausweg: zusammen mit ihrem Pony und ihrem Hund macht sie sich auf den Weg zu ihrer Oma quer durch Schottland. Am Anfang kommt sie auch noch relativ gut klar. Mit dem Geld, das sie Hannah gestohlen hat, betrachten die Erwachsenen sie als ebenbürtig, sind freundlich und hilfsbereit. Als aber eine Schar Ratten ihre wertvollen Scheine zerstört, ist sie auf die Hilfe von freundlichen Seelen angewiesen. So begegnet sie auf ihrer Reise einer dissoziativ identitätsgestörten jungen Frau, einer freundlichen Familie, einer ehemaligen Englischlehrerin, einem Lastwagenfahrer und muss so einige Abenteuer bewältigen, denn natürlich haben Hannah und ihre Kumpanen die Verfolgung aufgenommen. Erschwerend kommt hinzu, dass sie ihre Großmutter telefonisch nicht erreichen kann …

Ich mag diese Art von Roadtrip unglaublich gerne. Es sind einfach so viele spannende, interessante und unterhaltsame Episoden und so einige Wendungen und Überraschungen, die Cara irgendwie bewältigen muss. Dabei wächst sie an ihren Aufgaben und fängt auch an, ihre Einstellung zu ihrer Krankheit zu ändern. Sie ist nicht mehr so sehr das hilflose kleine Kind, das sie am Anfang war, sondern findet zu sich selbst und gewinnt Selbstvertrauen. Sie möchte ihren Eltern zeigen, dass sie sich um sich selbst kümmern kann und entwickelt auch ganz genaue Vorstellungen, wie sie ihr Leben führen möchte.

Bibliographic Information
1999 by Schneiderbuch
Hardcover, 158 pages
ISBN-13: 9783505106781
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