Montagsfrage: Schullektüren

22nd April 2013

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Die heutige Montagsfrage von Paperthin lautet

Welche Bücher hast du in der Schule gelesen?

Glaubt mir, das wollt ihr eigentlich nicht wirklich wissen …

Grundschule

Eigentlich kann ich mich an gar nichts so richtig erinnern, aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr kommt zurück. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mindestens ein Buch (das für die 4. Klasse) noch fehlt, kann aber beim besten Willen nicht sagen, welches es war. Vielleicht fällt es mir irgendwann noch ein.

  1. Ben liebt Anna (Peter Härtling)

    Das hätte ich doch fast komplett vergessen, hätte ich es nicht anderswo gesehen. Ich kann mich eigentlich an die Geschichte gar nicht mehr erinnern, aber ich glaube, sie hat mir ganz gut gefallen.

  2. Irgendein Buch der Reihe Die Schwarze Sieben (Enid Blyton)

    Ich weiß nur noch, dass sie in dem Buch ihre Zitronenlimo selbst machen, kann mich aber weder ans Titelbild noch an den Inhalt erinnern.

Gymnasium

Ich habe in diesen 9 Jahren so viele Dramen, Romane, Novellen, Kurzgeschichten und Gedichte gelesen, dass ich mich ganz sicher nicht an alle erinnern kann, auch wenn ich mein Abi erst 2010 gemacht habe. Daneben haben wir einiges in Ausschnitten gelesen und uns hunderte Buchreferate angehört, sodass ich doch sagen kann, dass ich einiges an deutscher Literatur kenne. Ich bin leider momentan nicht daheim, wo ich die ganzen Bücher und auch das Scrapbook (Schande über mich, mir will einfach nicht einfallen, wie wir das immer genannt haben), in das wir Buchbesprechungen immer eingetragen haben, habe.

Ich muss das jetzt nach Lehrern aufteilen, weil ich mich oft nur noch erinnern kann, dass wir das bei einem bestimmten Lehrer gelesen haben, nicht aber in welchem Schuljahr das war.

5. und 6. Klasse

  1. Robinson Crusoe (Daniel Defoe)

    Ich weiß gar nicht, ob ich das jemals fertig gelesen habe. Wir mussten auf jeden Fall eine Zusammenfassung schreiben und das war mehr als ätzend.

  2. Der kleine Lord (Frances Hodgson Burnett)

    Awww, aber ich kann mich eigentlich nur noch an den Film erinnern.

  3. Samir und Jonathan (Daniella Carmi)

    Erzählt die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem palästinensischen und einem israelischen Jungen. Hat mir, glaube ich, nicht so gut gefallen.

7. Klasse

  1. Hexenfeuer (Isolde Heyne)

    Die Geschichte eines Mädchens, das von ihrer Stiefschwester als Hexe verleumdet wird, weil diese eifersüchtig auf sie ist. Fand ich ganz gut, hat sich teilweise aber ziemlich gezogen.

  2. Die Wolke (Gudrun Pausewang)

    Dieses Buch hat mir echt Albträume bereitet, weil es mir so verdammt nahe ging. Dazu muss man wissen, dass ich früher nur 12km von Grafenrheinfeld entfernt gewohnt habe und selbst als ich dieses Buch gelesen habe, immer noch in Zone 1 gewohnt habe. Da hat mich diese Super-GAU-Geschichte doch ganz schön mitgenommen.

8. Klasse

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich hier irgendwas vergessen habe, komm aber beim besten Willen nicht drauf.

  1. Die Welle (Morton Rhue)

    Das ist schon ein verdammt schockierendes Buch.

  2. Der Diener zweier Herren (Carlo Goldoni)

    Das fand ich toll. Ganz besonders, weil wir Ausschnitte daraus gespielt haben und das so wahnsinnig viel Spaß gemacht hat.

9. und 10. Klasse

  1. Nathan der Weise (Gotthold Ephraim Lessing)

    Hat mir gut gefallen. Ich glaube, da haben wir unsere erste Dramenanalyse drüber geschrieben. Ich liebe Dramenanalysen.

  2. Mutter Courage und ihre Kinder (Bertolt Brecht)

    Mann, das ist so verdammt trostlos.

  3. Jugend ohne Gott (Ödön von Horváth)

    Das hat mir ausgesprochen gut gefallen. Sehr interessant und gleichzeitig verstörend.

  4. Unterm Birnbaum (Theodor Fontane)

    Das hat mir nicht so gut gefallen. Irgendwie fällt mir dazu Kegelbahn ein. Gab es da wirklich eine, oder bring ich mal wieder was durcheinander?

  5. Absurda Comica oder Herr Peter Squenz (Andreas Gryphius)

    Das war kurz und toll. Wer Shakespeares Ein Sommernachtstraum kennt, das ist quasi die gleiche Geschichte wie die der Handwerker und ihrem Theaterstück.

  6. Der Besuch der alten Dame (Friedrich Dürrenmatt)

    Eigentlich ja nur in Ausschnitten gelesen, aber irgendwie waren das so viele, dass es doch am Ende mehr oder weniger der gesamte Text war. Hat mir gut gefallen.

  7. Die Physiker (Friedrich Dürrenmatt)

    Wenige Ausschnitte, dafür aber den Film. Eine ganz fantastische Story. Gehört auf jeden Fall zu meinen Lieblingslektüren.

  8. Bahn-Buch ?!

    Wenn mich nicht alles täuscht, gab es da noch ein Buch, in dem es um einen entgleisten Zug ging. Ich geb mal kurz wieder, was ich noch weiß, wäre toll, wenn mir vielleicht jemand auf die Sprünge helfen könnte.
    Irgendwas hat in der Familie nicht gepasst (Mann hat Affäre/Kind mit anderer/irgendwas in der Art?!), er passt einmal nicht auf den Zug auf, da verstellt irgendjemand (Frau?!) das Signal, weshalb der Zug dann entgleist und ganz viele Menschen sterben. Der Mann hat dann ein so schlechtes Gewissen, dass er am Ende den Totenzug der Verstorbenen sieht und zumindest mal sich selbst (evtl. auch noch den Rest der Familie?) umbringt. Es ist alles sehr schwammig.

11. Klasse

Hier könnte auch noch was fehlen.

  1. Homo faber (Max Frisch)

    An sich ein gutes Buch, leider hat das die Lehrerin aber so zerpflückt, dass ich jetzt nur noch schreiend davonrennen kann, sobald ich den Titel nur höre

  2. Der Kameramörder (Thomas Glavinic)

    Nicht so besonders. Vor allem war mir glaube ich relativ bald klar, wer denn der Mörder ist.

  3. Emilia Galotti (Gotthold Ephraim Lessing)

    Da musste ich Referat drüber halten. Es war sehr anstrengend zu lesen und daher fand ich es nicht besonders gut.

12. und 13. Klasse

Wenn ihr dachtet, das wäre schon viel, dann wartet mal ab, was hier noch so alles kommt. Und dabei bin ich mir noch nicht einmal sicher, ob das auch wirklich alles ist. Ich hatte nämlich Deutsch-LK (im ehemaligen bayerischen G9 Modell hatte jeder Schüler zwei Leistungskurse, die mit fünf Stunden pro Woche und zwei Klausuren pro Halbjahr den Schwerpunkt fürs Abitur gebildet haben) und da kommt nun mal so einiges zusammen.

  1. König Ödipus (Sophokles)

    Das hab ich gemocht, habe mich dann aber bei der Klausur doch – als einzige – für

  2. Iphigenie auf Tauris (Johann Wolfgang von Goethe)

    entschieden, was auch eine gute Wahl war. Beim Reread kurz vor dem Abi ists mir dann aber doch gehörig auf die Nerven gegangen.

  3. Faust I (Johann Wolfang von Goethe)

    Was soll ich sagen, das ist und bleibt einfach die Bibel des Deutsch-LKlers. Das war unsere 2. Klausur und mit einer einzigen Ausnahme (auch wenn es selbst dafür ein Motiv gegeben hätte, auf das ich nur nicht gekommen bin), habe ich in jeder anderen Klausur immer mit Faust verglichen.

  4. Der goldene Topf (E.T.A Hoffmann)

    Hat mir sehr gut gefallen. War halt doch irgendwie Fantasy.

  5. Leonce und Lena (Georg Büchner)

    Ganz nette Geschichte, aber die Theaterinszenierung, die unsere Lehrerin dann angeschleppt hat, war ja mal echt sehr gewöhnungsbedürftig.

  6. Woyzeck (Georg Büchner)

    Nee, das war nicht so meins.

  7. Familie Selike (Arno Holz, Johannes Schlaf)

    War ziemlich deprimierend, kann mich aber gar nicht mehr erinnern, wie es ausging.

  8. Parzival (Wolfram von Eschenbach)

    Nur in Ausschnitten und auch nur in der hochdeutschen Version, aber sonst hätte man sich da ja wirklich ganz schön quälen müssen.

  9. Der Widerspenstigen Zähmung (William Shakespeare)

    Ich muss gestehen, das habe ich gar nicht ganz gelesen. Das war am Jahresende der 12. Klasse und ich war einfach zu faul.

  10. Effi Briest (Theodor Fontane)

    Mein persönlicher Albraum. Sooo langweilig! Bis zur Hälfte bin ich mit Hängen und Würgen gekommen, mehr ging dann aber einfach nicht.

  11. Irrungen, Wirrungen (Theodor Fontane)

    Aus welchem Grund auch immer, haben wir uns freiwillig ein zweites Buch von ihm ausgesucht, und siehe da, das hat mir richtig gut gefallen! Geht doch, Herr Fontane!

  12. Die Traumnovelle (Arthur Schnitzler)

    Die war komisch.

  13. Draußen vor der Tür (Wolfgang Borchert)

    Soooo gut! So verdammt gut! Von allen Dramen, die wir gelesen haben, war das mit Abstand das Beste.

  14. Der Vorleser (Bernhard Schlink)

    Und zum Abschluss noch der beste Roman, den ich in meiner Schullaufbahn gelesen habe

Zusätzlich dazu habe ich fürs Abi noch freiwillig

  1. Maria Stuart (Friedrich Schiller)
  2. Kabale und Liebe (Friedrich Schiller)

gelesen, weil ich mir dachte, ich könnte unmöglich meine Schullaufbahn beenden, ohne Schiller gelesen zu haben.

Englisch & Französisch

In Französisch haben wir nie wirklich eine Lektüre gelesen. Wir haben uns da eher auf Kurzgeschichten beschränkt (dafür aber recht viele davon).

In Englisch fallen mir jetzt nur die drei ein, die wir in der 12. und 13. gelesen haben:

  1. A Streetcar Named Desire (Tennessee Williams)

    Supergut, nur unsere Lehrerin musste das auch etwas überanalysieren…

  2. The Merchant of Venice (William Shakespeare)

    Zugegebenermaßen haben wir eher den Film geschaut, als das Buch gelesen, aber gut.

  3. Heart of Darkness (Joseph Conrad)

    „The horror! The horror!“ – ’nuff said.

Sonstiges

Und last but not least, habe ich in der Theatergruppe mitgespielt und dementsprechend u.a.

  1. Ein Sommernachtstraum (William Shakespeare)

    gelesen/gespielt. Dass das große klasse ist, muss man ja kaum sagen.

 Fazit

Das macht zusammen 40 Bücher. Interessant ist, dass ich davon die eine Hälfte über 11 Jahre verteilt, die andere Hälfte aber innerhalb von nur 2 Jahren gelesen habe. Tja, Deutsch-LK eben.

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6 responses

  • Hi,

    Das is ja irre, wie viel ihr gelesen habt! Wow… Ich war wohl im falschen Bundesland an der falschen Schule.

    LG
    Ulrike

    • Ich war selbst total überrascht, wie viel da zusammengekommen ist. Es war mir zwar immer bewusst, dass wir gerade im LK eigentlich nur am Lesen waren, aber das dann so aufsummiert zu sehn, haut einen doch von den Socken. Ich weiß allerdings nicht, ob das normal war, oder ob wir nur sehr lesewütige Lehrer hatten.

  • woa! wie kannst du dich noch an alle erinnern haha 😀

    • Bücher brennen sich eben ganz besonders gut in mein Gedächtnis ein 😉 .
      Nee, also eigentlich liegt es eher daran, dass wir die meisten Bücher auseinandergenommen haben, ellenweise Hefteinträge und oft mind. einen Aufsatz/Test drüber schreiben mussten – gerne mal mehrere pro Buch. Die ganzen Studen an Arbeit, die man da reinstecken musste, vergisst man dann halt doch nicht.

  • ….von wegen, Du kannst Dich nicht mehr so genau an alles erinnern. Wenn das oben nicht genau ist, frage ich mich, was es dann ist ??? Bin begeistert, dass Du noch so viel davon behalten hast….
    LG
    Olivia

    • Okey, okey, ich weiß noch fast alles 😀 ! Das ’nicht mehr so genau erinnern‘ war eigentlich nur auf die Grundschule bezogen, der Rest hat sich doch recht gut in meinem Gedächtnis verankert. Ist aber nicht wirklich verwunderlich, so viel Zeit und Arbeit wie wir oft in die Lektüren gesteckt haben. Und es hilft natürlich, dass das alles zum einen noch nicht so lange her ist, und mir das Auseinandernehmen dank ein paar fantastischer Lehrer zum anderen doch oft viel Spaß gemacht hat.